Künstler für Gedankenfreiheit

 

Text von Regula Heinzelmann

 

 

In Schillers Don Carlos sagte Marquis Posa zu dem gestrengen König Philipp II: Geben Sie Gedankenfreiheit ... Das müssen wir heute nicht nur von den Regierungen, sondern auch von unseren Künstlerkollegen und Kunstvereinen verlangen.

 

Als Schweizerin habe ich seit Jahrzehnten beste Beziehungen in Deutschland und seit 2009 einen Standort in Berlin. Noch vor wenigen Jahren hätte ich nicht erwartet, dass sich in Deutschland wieder mal tyrannische Tendenzen breit machen und diese von der Bevölkerung unterstützt werden. Besonders alarmierend finde ich, dass sogar Künstler mitmachen und Leute „entfreunden“ – das sollte das Unwort des Jahres werden! – weil sie politisch anderer Meinung sind oder häufig auch, weil sie sich mit dem anderen Standpunkt überhaupt nicht auseinandersetzen, sondern lieber Vorurteile übernehmen.

 

Jahrzehntelang hat das Deutsche System funktioniert, weil die CDU-FDP oder SPD-Grün regierte und die andere Seite eine Opposition bildete. Heute agieren alle zusammen. Hinzu kommt noch die Fraternisierung mit Islamisten wie Erdogan. Jeder Maler sollte wissen: Wenn man Rot (SPD), Grün und Schwarz (CDU) mischt, ergibt das Braun. Und so verhält man sich auch, vor allem gegen die Opposition in Deutschland, die AfD und ähnliche Gruppen, die man mit unfairsten Methoden bekämpft.

 

Übrigens, die AfD verlangt als erstes im Parteiprogramm direkte Demokratie mit Volksabstimmungen. In der Schweiz haben wir damit gute Erfahrungen gemacht, wir hatten nie eine Diktatur. Aber der herrschenden Klasse in Europa, nicht nur in Deutschland, gefällt es keineswegs, dass das Volk mitreden soll. Das ist wohl der Hauptgrund, warum man die AfD angreift, auch wenn es niemand öffentlich bekennt.

 

Und die Künstler machen mit! Wer es wagt mit der AfD zu sympathisieren wird entfreundet, aus Veranstaltungen oder Vereinen hinausgeworfen.

 

Siehe dazu auch folgenden Text:

http://www.europa-konzept.eu/aktuelle-texte/tyrannische-tendenzen-keinen-respekt-vor-anderen-meinungen/

 

Hinauswerfen statt diskutieren ist schlechter Stil. Damit machen sich viele Künstler zu Werkzeugen einer herrschenden Klasse – ich brauche diese Bezeichnung, weil es sich keinesfalls um eine Elite handelt - die um jeden Preis an der Macht bleiben will. Noch schlimmer: Viele Künstler lassen sich von dieser herrschenden Klasse einreden, dass sie mit „Entfreundungen“ die Freiheit und Vielfalt verteidigen und realisieren nicht, dass sie in Wahrheit genau das Gegenteil tun, nämlich Ausgrenzung, Verteufelung, Rufmord! 

 

Und bei dem Tun bedenken diese Künstler nicht, dass die herrschende Klasse, die sie unterstützen, eines Tages auch sie selber angreifen wird. Ein Zensurgesetz wie Heiko Maas es plant, wird sich gegen die freie Kunst richten. 

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Maas-verteidigt-Gesetzentwurf-zur-Bekaempfung-von-strafbaren-Kommentaren-im-Internet-3660329.html

 

Um solchen Tendenzen entgegenzutreten habe ich in Facebook eine Gruppe gegründet:

"Künstler für Gedankenfreiheit"

 

Das Absurde ist, die Idee stammt nicht mal von mir, sondern von dem Leiter einer „freiheitlichen“ Kunstgruppe, der AfD-Mitglieder hinauswirft.

 

Die Gruppe ist überparteilich. Willkommen sind Künstler aller Art, Agenten und Galeristen, sowie kunstinteressierte Personen. Es können gern verschiedene Meinungen diskutiert werden. Als Juristin betrachte ich es als selbstverständlich, dass man das Recht berücksichtigt und die Höflichkeitsregeln einhält. Wichtig ist:

Wir verlangen von niemandem, dass man unsere Meinungen teilt, aber von allen, dass man sie respektiert.

 

Unsere Gedanken sind frei und man muss sie frei in der Gesellschaft äussern können – sorgen wir dafür, dass das so bleibt!

 

Die Facebook-Gruppe ist geheim, damit niemand in Schwierigkeiten gerät, berufliche Nachteile hat oder von Linksfaschisten angegriffen wird, was in Deutschland und sogar in der Schweiz leider zu befürchten ist. Interessierte können sich gern bei mir melden.

 

Titelbild

Freie Gedanken, gemalt und fotografiert von Regula Heinzelmann

Das Bild habe ich 2015 gemalt, als die herrschende Klasse anfing, während regierungskritischen Demonstrationen die Gebäude zu verdunkeln.

 

 

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© Regula Heinzelmann