Text von Regula Heinzelmann
10. April 2026
Die Globalen Nachhaltigkeitsziele der UNO-2030-Agenda sollen die Welt gerechter und friedlicher machen.
Am 2. August 2015 haben sich die UNO-Mitgliedstaaten auf die neue 2030-Agenda für Nachhaltige Entwicklung, vorher Post-2015 Agenda genannt, geeinigt. Anlässlich eines Gipfeltreffens vom 25. bis 27. September 2015 in New York wurde sie von den Staats- und Regierungschefs verabschiedet. Es wurden sogenannte „Sustainable Development Goals – SDG“ festgesetzt, die man bis 2030 erreichen will.
https://www.2030agenda.de/de/publication/die-agenda-2030
Einen Bericht über die UNO-Agenda 2030 kann man hier herunterladen:
https://www.2030agenda.de/de/publication/die-agenda-2030
Ziele für 2030
Diese Ziele wurden 2015 folgendermassen festgelegt. Sie wirken positiv, aber kaum realistisch.
Dazu muss man sich fragen, mit welchen Methoden sie zu erreichen sind und ob diese nicht alles noch schlimmer machen, siehe unten.
Überwindung extremer Armut
Immer noch leben rund 1.2 Milliarden Menschen in extremer Armut, wovon ungefähr 70% Frauen sind. Diese Zustände will man bis 2030 überwinden. Unter Armut versteht man nicht nur mangelndes Einkommen, sondern unter anderem auch Geschlechterungleichheiten, Behinderung, mangelnder Zugang zu Bildung, Gesundheit, Infrastruktur und anderen staatlichen Basisdienstleistungen, mangelnder Zugang zu Beschäftigungsmöglichkeiten und ökonomischen sowie natürlichen Ressourcen usw.
Ernährungssicherheit und -qualität für alle durch nachhaltige Agrar-und Nahrungsmittelsysteme
2010–2012 litten 870 Millionen Menschen unter Hunger und mehr als 2 Milliarden Menschen unter Mangelernährung. Man muss den Zugang zu adäquater und nahrhafter Ernährung und deren Verfügbarkeit verbessern. Voraussichtlich muss die weltweite Lebensmittelproduktion seit 2015 bis 2050 durchschnittlich um 50 Prozent gesteigert werden.
Wassersicherheit für alle
Darunter versteht man nicht nur den Zugang zu Trinkwasser. Die Schweiz fördert auch sanitäre Grundeinrichtungen, Hygiene und Trinkwasser für alle, nachhaltige Bewirtschaftung von Grund- und Oberflächenwasser, Abwasserreinigung und Wiederverwertung, Vorsorge gegen wasserbezogene Katastrophen mit Fokussierung auf die Bedürfnisse armer Bevölkerungsgruppen.
Allgemeiner Zugang zu einer nachhaltigen Energieversorgung
Dies bedeutet, Zugang zu modernen Energiedienstleistungen. Den Anteil erneuerbarer Energien will man von heute 15 auf 30 Prozent verdoppeln, die Wachstumsrate der Energieeffizienz auf 2,4 Prozent (1970 bis 2008: 1,2 Prozent). Die Schweiz regte an, die nationale Energiepolitik zu stärken.
Gewährleistung von chancengerechter, inklusiver und qualitativ guter Bildung und lebenslangem Lernen für alle
Jeder Mensch in jedem Alter hat das Recht auf Zugang zu qualitativ guter Bildung hat, die seinen Bedürfnissen entspricht. Qualitativ gute Grundbildung sollte als öffentliches Gut obligatorisch und kostenlos für alle zugänglich sein.
Gesundheit für alle in jedem Alter
Die Schweiz befürwortet ein eigenständiges Gesundheitsziel, nämlich eine flächendeckende Gesundheitsversorgung (Universal Health Coverage). Zusätzlich unterstützt man in der Schweiz Massnahmen, um die Müttergesundheit zu verbessern, die Kindersterblichkeit signifikant zu reduzieren und die Verbreitung von Krankheiten weiter einzudämmen. Alle Menschen sollen ohne gravierende finanzielle Belastung Zugang zu qualitativ guter medizinischer Versorgung erhalten.
Menschenwürdige Arbeit für alle
Weltweit sind über 200 Millionen Menschen erwerbslos, darunter insbesondere junge Menschen. Weniger als 50 Prozent aller Frauen haben eine bezahlte Arbeit. Die Schweiz setzt sich ein für produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit, möglichst in Kombination mit nachhaltigem Wachstum und grüner Wirtschaft.
Nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion und Abfallmanagement
Dazu muss man die Effizienz erhöhen, die Nachhaltigkeit der Ressourcennutzung und Produktionsprozesse sicherstellen, Zerstörung von Ressourcen, die Verschmutzung und die Abfälle reduzieren.
Gouvernanz – Für offenere, allen zugängliche und rechenschaftspflichtige Institutionen
Gouvernanz umfasst die Mechanismen, Prozesse und Institutionen, durch die Menschen ihre Interessen artikulieren, ihre Rechte wahrnehmen, ihre Pflichten erfüllen und ihre Streitigkeiten beilegen. Dabei sind Grundsätze wie Rechtsstaatlichkeit, Transparenz, Gleichberechtigung, Bürgernähe anzuwenden. Grundlegend sind die Rechte auf politische Mitwirkung, Meinungsfreiheit, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit sowie der Zugang zur Justiz.
Gleichstellung der Geschlechter, Rechte der Frauen
Die Schweiz fordert Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen im Zugang zu menschenwürdiger Arbeit, natürlichen Ressourcen und Produktionsmitteln, soziale Sicherung auch für Hausfrauen, Eliminierung aller Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen, inklusive Früh- und Zwangsverheiratungen und anderer schädlicher Praktiken sowie Gleichberechtigung bei den sozialen, ökonomischen und politischen Entscheidungsmechanismen.
Nachhaltiger Frieden
Die Schweiz setzt sich dafür ein, die Ursachen von Konflikten zu bekämpfen, sowie für persönliche Sicherheit, Zugang zur Justiz, Konfliktbearbeitung und Stärkung der Krisenresistenz gegenüber internen und externen Spannungen.
Verringerung des Katastrophenrisikos
Die Verringerung des Katastrophenrisikos (Disaster Risk Reduction DRR) befasst mit der Verringerung von Risiken, sowie mit der Vorbereitung auf bisher unbekannte Belastungen und Extremereignisse. Investitionen zahlen sich auf allen Ebenen aus. Die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung zu erhöhen, ist das beste Rezept um mit extremen Naturereignissen, z.B. Erdbeben, Dürren oder Überflutung, umzugehen.
Bevölkerungsdynamik / Migration und Entwicklung
Die Schweiz schlug drei Leitziele vor: Gewährleistung einer sicheren und regulären Migration, Verringerung der wirtschaftlichen und sozialen Kosten der Migration, z.B. durch die Anerkennung von Qualifikationen und die Begrenzung indirekter Abgaben und Beiträge von Migranten zur Nachhaltigen Entwicklung.
Biodiversität und Erhaltung des Waldes
Die Ursachen für den Biodiversitäts- und Waldverlust sind zu bekämpfen und die nachhaltige Nutzung und Bewirtschaftung zu fördern sowie den gerechteren Zugang zu genetischen Ressourcen und der Ressource Wald. Biodiversität und Erhaltung des Waldes sollen als eigenständige Ziele formuliert werden.
Nachhaltige Städte und Infrastruktur
Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in urbanen Gebieten. Städte nehmen drei Prozent der Weltoberfläche ein, verbrauchen drei Viertel der globalen Ressourcen und sind für 75 Prozent der globalen Emissionen verantwortlich. Wichtige Ziele sind deswegen unter anderem die Bereiche Städte- und Infrastrukturplanung, Administration von Städten und nachhaltige Infrastrukturfinanzierung.
Nachhaltigkeit: Ein altes Prinzip
Das Kernstück der Agenda 2030 bilden zweifellos die Ziele für nachhaltige Entwicklung. Sie wurden weitgehend unverändert aus dem Vorschlag, den die Offene Arbeitsgruppe der UN-Generalversammlung 2014 vorgelegt hatte, übernommen.
Das Prinzip der Nachhaltigkeit wurde 1713 formuliert von Hans Carl von Carlowitz, Oberberghauptmann am kursächsischen Hof in Freiberg (Sachsen). Auch andere Förster haben sich später mit der Idee befasst, z.B. Georg Ludwig Hartig. Sein Nachhaltigkeitsbegriff entsprach etwa dem heutigen: "Jede weise Forstdirection muss daher die Waldungen des Staates … so zu benutzen suchen, dass die Nachkommenschaft wenigstens ebenso viel Vortheil daraus ziehen kann, als sich die jetzt lebende Generation zueignet."
Beim Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung 2002 in Johannesburg (Rio+10) wurde die Johannesburg-Deklaration über nachhaltige Entwicklung verabschiedet. Diese nennt die drei Säulen der nachhaltigen Entwicklung, auch Drei-Dimensionen-Modell genannt: Wirtschaftliche und soziale Entwicklung, sowie Umweltschutz.
Die Grundlage für die Agenda-2030 wurde 2012 auf der Rio+20-Konferenz gelegt: Eine 30-köpfige Arbeitsgruppe wurde mit der Erarbeitung der SDGs beauftragt. Im Juli 2014 stellte sie ihre Vorschläge für 17 Ziele nachhaltiger Entwicklung mit universeller Anwendbarkeit auf alle Länder vor.
Finanzierung durch Industrieländer
Die Vereinten Nationen (UN) hatten sich schon 1970 das Ziel gesetzt, dass die Industrieländer 0,7 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens (BNE) für öffentliche Entwicklungszusammenarbeit einsetzen sollen (Official Development Assistance - ODA-Quote).
Auch die Europäische Kommission unterstützte schon 2015 nachdrücklich die Forderung, dass alle Industrieländer 0,7 Prozent des Bruttosozialproduktes zur Verfügung stellen und sich auf konkrete Zeitpläne für die Erfüllung der ODA-Verpflichtungen einigen sollten. Die EU und ihre Mitgliedstaaten stellen mehr als 50 Prozent der gesamten öffentlichen Entwicklungshilfe bereit und wollen weiterhin an einer umfangreichen kollektiven Verpflichtung festhalten.
Die Grosse Transformation
Im Zusammenhang mit den Nachhaltigkeitszielen ist die Idee der Grossen Transformation zu beachten. Dabei geht es um „Transformation von Gesellschaften in Richtung einer klimaverträglichen Wirtschaftsweise“. So heisst es im Bericht vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) unter dem Titel „Gesellschaftsvertrag für eine Grosse Transformation, publiziert 2011. "Die finanziellen Herausforderungen der Transformation sind signifikant, aber beherrschbar", behauptet der Bericht. Der globale, zusätzliche Investitionsbedarf für eine Transformation zur klimaverträglichen Gesellschaft im Vergleich zum „Weiter-so“, dürfte sich bis 2030 etwa in einer Grössenordnung von 200 bis etwa 1.000 Mrd. US-$ pro Jahr bewegen, im Zeitraum 2030–2050 noch deutlich darüber!
Im Prinzip ist die Grosse Transformation ein globales Umverteilungsprogramm, beschlossen im Potsdam-Memorandum von 2007, das die Schlussfolgerungen des Symposiums „Global Sustainability: A Nobel Cause“, Potsdam, Deutschland, 8. bis 10. Oktober 2007 enthält.
„Die neue globale Partnerschaft muss zu einem neuen transformativen Elan der Solidarität und Zusammenarbeit führen. Nationale Eigenverantwortung und Führungsstärke, gestützt durch politisches Engagement auf höchster Ebene, sind von zentraler Bedeutung.“ Dies heisst es in der Mitteilung der Europäischen Kommission an das europäische Parlament, den Rat, den europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den Ausschuss der Regionen.
Die CO2-These wurde vom Nobelpreisträger Svante Arrhenius (1859 bis 1927) entwickelt, der die Erderwärmung positiv beurteilte. Man muss dazu wissen, dass man sich damals am Ende der kleinen Eiszeit, die um 1300 begonnen hatte. Nachlesen kann man das in dem interessanten Buch des ehemaligen ETH-Professors Kenneth J. Hsu, es ist leider nur noch antiquarisch erhältlich. Es zeigt, dass Kältephasen normalerweise ein Problem sind, man stelle sich eine Eiszeit mit 8 Milliarden Menschen vor.
https://www.tapatalk.com/groups/frauensteinerkreis/kenneth-j-hsue-klima-macht-geschichte-t510.html
Die These von Arrhenius wurde noch zu seinen Lebzeiten widerlegt und seit der Gründung der IPCC als Geschäftsmodell missbraucht. Klimathesen gibt es viele, die sich teilweise widersprechen, aber die Kritiker der IPCC wurden jahrelang diskriminiert.
Informationen darüber:
https://www.europa-konzept.eu/umweltmanagement-statt-co2-abzockerei/die-ipcc-und-ihre-kritiker/
Diktatorischen Tendenzen vorbeugen
Die Ziele der Agenda 2030 dürfen nicht durch diktatorische Methoden erreicht werden und diesbezüglich muss man nach dem Prinzip „Wehret den Anfängen“ vorgehen.
Da tauchen immer wieder folgende Ideen auf:
Beschränkung des Wohn- und Lebensraums und der Mobilität, z.B. 15 Minuten Städte aus denen man nur noch herauskommt, wenn die Obrigkeit es gnädig erlaubt.
Rationierung von Treibstoffen, Beschränkung des Autoverkehrs
Gesundheitsdiktatur: Vorschriften, was man essen darf oder Regelungen durch Steuern, z.B. Zuckersteuer, Impfzwang und Massnahmen gegen „Epidemien“ wie während der Coronazeit
Rationierung von Lebensmitteln
Überwachung und Digitale Diktatur
Einschränkung der Meinungsfreiheit, bzw. der Kritik an den Zielen oder den Methoden, sie zu erreichen
https://www.buendnisredefreiheit.ch/berliner-erklaerung-unterzeichnen/